Mit magischen 12 Minuten nie wieder Prüfungsangst

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Gibt es so etwas, oder ist das eher in die Kategorie Märchen und „schön wär’s ja“ zu stecken?
Jeder von uns kennt das- einmal gelernt , verschwindet das Wissen irgendwie in den Katakomben unseres gigantischen Gedächtnisses und taucht (manchmal/meist) nicht mehr auf.
Ist das etwa von unserem Geist so gewollt?
Vielleicht, vor allem aber ist dies sehr ärgerlich.
Insbesondere, wenn man das Gelernte zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt abrufen möchte und zwar ohne Verzögerung .
Wissen, das wie aus der Pistole geschossen heraussprudeln sollte. Aber das einfach nicht macht.
Noch bevor Herr Jauch die vier Vorschläge für die Beantwortung der 1 Mio.- EURO- Frage stellt, die Antwort herausposaunen können. Das wär’s doch, oder?

Ebbinghaus gilt nicht für uns

Ein gewisser Herr Ebbinghaus hatte vor über 100 Jahren ein Experiment mit seinen Studenten gemacht, in dessen Ergebnis er eine Vergessenskurve darstellte. Diese ist zugegebenermaßen über die Maßen frustrierend- bereits nach 20 Minuten waren 40% des Gelernten schon wieder „verschwunden“. Am Abend desselben Tages standen dem Lernenden nur noch 40% des Gelernten zur Verfügung.
Sicher wirst du dich nun wundern, denn ganz sooo schlimm sieht es bei dir sicher nicht aus, oder?
Ebbinghaus wird gerne bei Gedächtnistrainern als Beispiel genommen, doch tatsächlich ließ er sinnlose Silben lernen, wie etwa KLO-LHM-IGD-ARW-KÖB usw..
Inzwischen weiß man, dass es durchaus nicht ganz so schlimm um unser Merkvermögen aussieht, wenn es sich um Lernstoff handelt, der für uns wichtig ist (man möchte es lernen,  wir haben dafür Interesse).

Warum wir uns bestimmte Sachen ganz leicht merken, andere aber nicht

Es ist durchaus ein Unterschied, ob ein jungerHerr von einer schönen Frau deren Namen erfährt und dazu noch deren Handynummer. Obwohl er sich in der Schule einfach keine Zahlen merken konnte, dies wird er sich durchaus merken (dh., falls die Dame in sein „Beuteschema“ passt).
Doch ruft er nicht an und ringt sich erst nach 3 Monaten schüchtern dazu durch, wird diese Nummer zwar immer noch im Hirn abgespeichert sein, aber er wird keinen Zugriff dazu haben. Hätte er sie drei Tage später angerufen, da sie aber nicht ans Telefon ging, eine Woche später noch einmal, dann nach einem Monat noch einmal und endgültig nach einem Vierteljahr, wird er diese Nummer für immer im Kopf haben. Abrufbereit.

Jeder vergisst

(außer vielleicht Monk, der berühmte Detektiv- „das ist ein Segen und ein Fluch“)
Auch wichtige Informationen unterliegen dem Vergessen. Nur verläuft hier die Vergessenskurve deutlich weniger steil nach unten als die Ebbinghaussche Kurve . Zuletzt aber kommt das gleiche Ergebnis heraus- wir haben nach einer Weile aktiv nur etwa 20% unseres Wissens zur Verfügung. Der Rest ist irgendwo verschüttet. leider handelt es sich bei dem aktiven Wissen nicht unbedingt um die wichtigsten Dinge.
(Dostoprimetschatjelnosti* kann ich jederzeit aus meinem russischen Vokabelschatz hervorrufen, aber mich mit einem Russen zu unterhalten, würde mir sehr schwer fallen. Ich habe es 30 Jahre lang nicht gemacht).
Jeder kennt das- man kennt ein Gesicht und hat aber keinen Namen dazu. Drei Tage später fällt einem der Name plötzlich ein. Er ist aus der Versenkung wieder aufgetaucht. Warum war er nicht da, als wir ihn brauchten?

So entsteht Prüfungsangst

Wie sieht es bei Schülern aus oder gar Studenten, wie bei Unternehmern oder anderen Kopfarbeitern, die täglich Informationen über Informationen aufnehmen müssen?
Ohne System sind sie hoffnungslos verloren und können nur darauf hoffen, dass wichtige Informationen zur richtigen Zeit auftauchen.
Dies aber bedeutet für den Gehirnbesitzer:

Stress!

Stets schwingt die Angst mit, dass die richtige Info eben nicht zur rechten Zeit auftaucht.
Daraus ergibt sich ein allbekanntes Syndrom der Prüfungsangst.

Die Lösung

Wie man dieser Prüfungsangst begegnen kann?

Indem man das Gelernte etwa 6x wiederholt.
Wie bitte- nur 6x? Das scheint ja leicht.

Das Handicap dabei ist nur, man muss den Stoff zur richtigen Zeit wiederholen. Sebastian Leitner hat dazu das Karteikastensystem entwickelt.
Meine Seminarteilnehmer oder meine Schüler haben aber ihren Wissensstoff auf Papier in  A4- Größe verankert. Dafür ist dieser Karteikasten nicht geeignet.
Wir entwickelten dazu einen Erinnerungsstempel.
Dieser Stempel wird unter die Aufzeichnungen (die am besten in Form von Mindmaps aufgearbeitet sind) gesetzt und mit aktuellem Datum und kommenden Wiederholungsdaten ausgefüllt:

Lerne ich heute ein Gedicht, setze ich unter den Gedichttext folgenden ausgefüllten Stempel:

Check
Gelernt am: 16.6.2015
Nach einem Tag 17.6.
Nach 3 Tagen 19.6.
Nach 1 Woche 23.6.
Nach 1 Monat 16.7
Nach 3 Monaten 16.9.
Nach 1 Jahr 16.6.2016

Häkchen machen

  • Abend desselben Tages wird der erste Haken gesetzt; nachdem ich das Gedicht noch einmal aus dem Kopf aufgesagt habe. Den Rest überlasse ich meinem Unterbewusstsein, während ich schlafe.
  • Morgen sage ich es noch einmal auf- Haken machen.
  • Der nächste Haken (also die nächste WH) ist übermorgen wieder fällig.
  • Noch einmal nach einer Woche- Haken, nun habe ich fast einen Monat Zeit  bis zur nächsten WH.
  • Der Stempel hingegen zeigt mir, wann die nächste WH fällig ist.
  • Wiederholung Nr. 5 und 6 schreibe ich mir in meinen Kalender.

Hat man tatsächlich die Disziplin aufgebracht und die richtigen Termine einigermaßen eingehalten, verfügt man über dieses Wissen für den Rest seines Lebens. Ist doch ein lohnenswertes Ziel, oder?
Warum Mindmaps für das Wiederholen so gut geeignet sind? Weil ihre Wiederholung meist nur 2-3 Minuten dauert, bis das passive Wissen wieder zum aktiven Wissen geworden ist.

Die Kopfrechner haben bereits mitgerechnet:
6×2 Minuten das würde ja bedeuten…

Recht haben sie- mit einem Arbeitsaufwand von  insgesamt 12 Minuten  kann ein ganzes Fachgebiet dauerhaft abgespeichert werden.

*Dostoprimetschatjelnosti
heißt Sehenswürdigkeiten (kennt jeder ehemalige DDR- Bürger mit Russischunterricht)

Den Stempel gibt es natürlich auch in unserem Shop
>>hier klicken<<

 

Comments on Mit magischen 12 Minuten nie wieder Prüfungsangst

  1. Hi Edi,No worries about that. I know you both can learn from each other and exachnge notes and make the group bigger with more similar people joining and with that hope our government can come up with proper facilities and school for kids who need special training and attention.Manalah tahu kan, one day maybe Edina will setup a organization/group to support autism children, then extend the group to overseas and have more knowledge exachnge. Regards,Sally

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