
Onlinekurs „High Potential“
Lektion 34
Merktechniken für Unternehmensführung
Vergessene Brille, verlorenes Schlüsselbund
Lieber Leser,
als Einstieg möchte ich einmal ein wenig angeben:
Früher hatte ich die allergrößten Probleme mit meinem Schlüsselbund. Ich suchte es so gut wie immer. Nun bin ich schon lange Gedächtnistrainer und tatsächlich – Seit genau 6 Jahren hat das Suchen ein Ende. Aber warum genau seit 6 Jahren?
Nun, zu meinem Geburtstag vor 6 Jahren schenkte mir unsere Tochter ein Schlüsselbrett.
Sicher haben auch Sie schon an sich gezweifelt, wenn Sie wieder einmal Ihre Brille verlegt oder ein Schlüsselbund gesucht haben. Kugelschreiber sind bei mir ganz groß im Kurs.
Sind das Zeichen eines nachlassenden Gedächtnisses?
Ich darf Sie beruhigen:
Nein!
Um sich an etwas erinnern zu können, müssen Sie es zuvor eingespeichert haben. Der Ablauf ist immer derselbe:
Sie möchten sich etwas merken, dann konzentrieren Sie sich darauf, verankern es irgendwo und brauchen dann einen Abrufreiz, um sich wieder daran zu erinnern.
Doch beim Schlüsselbund ist es etwas anderes.
Stellen Sie sich folgende Situation vor:
Sie schließen die Wohnung auf. Das Telefon klingelt. Schnell greifen Sie danach und legen das Schlüsselbund irgendwo UNBEWUSST ab denn Sie sind abgelenkt vom Telefonat.
Wenn das Telefongespräch beendet ist, kümmern Sie sich um die vollen Taschen vom Einkauf, während das Schlüsselbund immer noch in der Zeitung liegt. Erst am nächsten Morgen brauchen Sie es wieder und können es nicht finden. Meist kommt nun Hektik auf, denn das Büro oder ein Termin wartet.
Verzweifelt lassen Sie vielleicht sogar die Wohnung unabgeschlossen oder gehen ohne Brille, die Sie auch nicht gefunden haben zur Arbeit und schimpfen über Ihr schlechtes Gedächtnis.
Aber das ist daran überhaupt nicht schuld. Was Sie sich nicht einprägen, können Sie sich auch nicht merken. Oder mit einer Metapher gesprochen- wenn wir nicht die Saat ausbringen (uns etwas bewusst einprägen), können wir auch nicht ernten (uns daran erinnern).
Die Lösung liegt hier also in diesem Fall nicht im Gedächtnistraining, sondern in der Verbesserung der eigenen Organisation.
verlegte Brille
Schaffen Sie sich immer einen festen Platz für die Brille, für das Schlüsselbund, für den Kugelschreiber, für die Geldbörse. Disziplinieren Sie sich, die gefährdeten Dinge immer erst an der richtigen Stelle abzulegen, bevor Sie etwas anderes tun.
Aufgabe:
Orten Sie Dinge, die immer wieder einmal gesucht werden.
Schaffen Sie sich (in diesem Fall tatsächlich zur Entlastung Ihres Gedächtnisses) feste Ablageplätze.
Viel Spaß dabei
Anhang:
Eine amüsante Geschichte aus Amerika
Anhang:
Folgende Geschichte schrieb mir eine Seminarteilnehmerin. Die Story passt ausgezeichnet zur der Aussage, dass ein verlegtes Schlüsselbund nicht automatisch ein schlechtes Gedächtnis bedeutet.
„Beim Lesen der humorvollen Beiträge habe ich mich im Zusammenhang zwischen Gedächtnis und Konzentration auch an eine kleine (wirklich wahre!) Geschichte
erinnert:
Ein befreundetes Ehepaar lebte aus beruflichen Gründen einige Zeit in den USA. Eines Tages waren beide in einer Einkaufsstraße unterwegs und die Frau bekam angesichts einer Eisdiele Appetit auf eine Eiswaffel.
(Sie wussten nicht, dass in der Stadt zu der Zeit Filmaufnahmen stattfanden).
Als sie ihr Eis kaufte und kurz zur Seite blickte, schaute sie geradewegs in die blauen Augen von Paul Newman.
Das verwirrte sie dermaßen, dass sie mit zitternden Händen, das Portmonee in der Hand, aus dem Laden gelaufen kam.
Aber wo war ihr Eis? Als sie schon wieder zurück in die Eisdiele gehen wollte, kam ihr Paul Newman lächelnd entgegen und sagte:
„Wenn Sie Ihr Eis suchen, das haben Sie gerade in Ihre Handtasche gesteckt.“


