
Onlinekurs „High Potential“
Lektion 17
Erfolgsjournal Teil 1
Lieber Leser,
diesmal gibt es einen kurzen Ausflug in den Bereich, wie wir unser Gehirn mental programmieren können. Oft sind es ja Glaubenssätze, die uns am eigenen Erfolg hindern. Oft sagt man sich, das schaffe ich nicht, dafür bin ich zu alt, das ist mir zu kompliziert.
In Wirklichkeit haben wir es hier immer nur mit Glaubenssätzen zu tun. Diese kann man umprogrammieren. Keiner meiner Klienten darf mir sagen: „Das schaffe ich nie“, „Das kann ich nicht“, „Das werde ich nie lernen“. Dann wird die Sitzung immer um 10 € teurer.
Sicher, dies hat noch nie einer meiner Schüler gezahlt, weil sie dann schnell meinen mahnenden Blick sehen und korrigieren… „noch nicht!“
Sie dürfen nicht vergessen, dass unsere Glaubenssätze meist schon ziemlich alt sind. Wer Schwierigkeiten in der Schule hatte, erfuhr damals regelmäßig, warum er so schlecht war. Zu unkonzentriert gewesen, zu faul, zu dumm. Negative Erfahrungen haben viele schon zigtausend Mal gehört.
Dagegen anzugehen ist wirklich schwer.
Dazu habe ich eine Story aus meiner Tätigkeit in einer Schule mitgebracht. Diese setze ich bewusst ans Ende dieser Lektion, sodass Sie selbst entscheiden können, aus Zeitgründen auf sie zu verzichten.
Also kümmern wir uns um Sie:
Welche negativen Glaubenssätze haben Sie?
Decken Sie einmal auf, wobei Sie an sich zweifeln.
Aber wir werden es nicht dabei belassen:
Eine sehr schöne tägliche Übung, die Sie ab jetzt tun (können) ist die Anlage und Pflege eines klitzekleinen Erfolgsjournals.
Ich sage ganz bewusst klitzeklein, weil ich es einmal mit einem ausführlichen versucht hatte und aufgegeben hatte. Ich hatte mit eigens dazu ein (sehr kostspieliges) Erfolgsjournal gekauft, das ich dann aus Zeitgründen einfach nicht mehr geführt habe.
Dann war ich in einer Veranstaltung von Dr. Eckard von Hirschhausen, der über Glück referierte. Und dessen Vorschlag, täglich am Abend für 2 (!) Minuten auf den Tag zurückzuschauen, um 5 kleine oder große Erfolge zu notieren, war tatsächlich umsetzbar und ich habe es bisher (fast) immer durchgehalten.
Wozu ist solch ein Journal nützlich?
Man programmiert sich auf das, was gelungen ist. Und wenn es noch so klein ist- ein zurückgeworfenes Lächeln, eine kleine Freude, die man einem anderen Menschen gemacht hat, ein neuer Kunde, ein Lob für einen Angestellten… Die Möglichkeiten sind riesig.
Aber es müssen immer 5 oder mehr, vier sind zu wenig.
Und wenn man mal wirklich nicht sooo gut drauf ist, dann wirft man einen Blick auf seine Erfolge und begreift, dass das meiste bisher doch ziemlich positiv war.
Die Tabelle finden Sie im Anhang.
Aufgabe ab heute: Erfolgsjournal führen!
1. Frühstück mit meiner Daggi
2. 3 Lektionen Onlinekurs fertig
3. vier Bestellungen im neuen Shop
4. zwei positive Referenzen von Kunden
5. Die Lieferung der Spiele hat geklappt
1. 5 Bestellungen
2. Ein Problem mit dem Shop konnte behoben werden
3. Ein Rechtsanwalt hilft bei der Rechtssicherheit
4. hat sich riesig über mein MM IT- Recht gefreut
5. Eine Kundin hat nach 6 Monaten doch noch bezahlt
6. 1 ½ Stunden Powerwalking
1. Steffi hat bei ihrem Studium darüber berichten müssen, warum sie schon den kompletten Prüfungsstoff beherrscht-Sie nutzt mein NAS- System
2. Enkel Finn und Fiete bei uns
3. Finn (6 J. ) und ich machen ein Experiment- Kristalle züchten
4. Post aus Neuseeland von einem ehemaligen Schüler
5. Urlaubsplatz gesichert
1. weitere 6 Lektionen fertig
2. Steuerberaterin zufrieden gestellt
3. 2 Angebote für Seminare abgegeben
4. 60 Min gejoggt
5. Jonglierbälle sind geliefert worden
1. 6 neue Teilnehmer auf dem Newsletter
2. 4 Bestellungen, vor allem Mindmaps
3. mit Mutti telefoniert, geht ihr nach dem Schlaganfall wieder bestens.
4. Sie trainiert weiter mit meinen Übungen
5. Gegen Daggi im Sudoku gewonnen
1. Mit Daggi im Kino gewesen
2. 20 km Rad gefahren
3. 1 kg abgenommen, es geht voran
4. 1 Stunde gelesen
5. Im Garten die Bank endlich zusammengebaut
1. Treffen mit Freunden
2. Bin jetzt schon bei Lektion 30 Onlinekurs
3. schöne Referenz von Stammkundin
4. zwei neue Mindmaps in den Shop gesetzt
5. 3 Bestellungen
Meine Erfahrung mit Schulverweigerern
Als ich für zwei Jahre in einer Oberschule in Brandenburg eingesetzt war, wurde mir die Aufgabe zuteil, wöchentlich 4 Stunden mit sogenannten Schulverweigerern zu arbeiten.
Montag von 8.00 Uhr- 12.00 Uhr.
Diese 12 Heranwachsenden zu beschulen, war bisher meine größte pädagogische Herausforderung. „Sie wissen schon, warum wir hier sind? Wir haben zu nichts Bock! Also versuchen Sie es gar nicht erst.“
Es dauerte auch tatsächlich 4 Wochen, ehe ich einen Draht zu der Gruppe gefunden hatte. Bis dahin war mir klar, wie viele Negativerfahrungen sie aus ihrer direkten Umgebung bekommen hatten. Sie alle waren in einen Minusstrudel geraten, der sie zu Drogen spülte, quälende Langeweile und Perspektivlosigkeit.
Die Eltern waren in der Regel Hartz4- Empfänger und die Lehrer der Regelschulen waren froh, sie endlich aus dem Unterricht zu haben, da sie dort stets Stress machten und regelmäßig störten.
Also stand für alle fest:
Wir sind dumm. Wir haben eh keine Chance. Nicht in der Schule und erst recht nicht auf dem Stellenmarkt. Von Ihren Eltern wurde ihnen vorgelebt, dass man auch ohne irgendwelche Anstrengung zu Geld kommt… bla bla bla.
Ich kann mir vorstellen, insbesondere, wenn Sie einen Handwerkbetrieb leiten, dass Ihnen solche „Typen“ leidlich bekannt sind.
Meine mir selbst gestellte Mission lautete, deren Glaubenssätze zu durchbrechen. Und das ging offenbar nicht mit einem „normalen“ Unterrichtsstoff. Ich nahm einige meiner Speedolinospiele mit zum nächsten Unterricht. Bei diesem Spielen geht es darum, beide Gehirnhälften zu aktivieren.
Hier wird abwechselnd Memory gespielt und fast zeitgleich gerechnet.
Bei diesen Tischspielen schafft man zwischen 60- 80 Punkte beim ersten Mal. So meine Erfahrung. 8 von den 12 lagen deutlich über 100, drei hatten Werte von 150 Punkten.
Ich stand vor einem Rätsel- hatten sie geschummelt? Aber nein, auch im nächsten Spiel (unter meiner strengen Kontrolle) erzielten sie ähnliche Werte. Zwei gewannen gegen den Spieleerfinder, also mich. Hmm.
Dann wertete ich aus:
„Leute, man müsste Euch alle bestrafen. Ihr verschwendet ein gigantisches Potential. Jeder von Euch scheint hier so intelligent zu sein, dass es für eine Uni reichen würde. Ich habe noch nie so viel Intelligenz in einem Raum gesehen und ich habe bisher bereit 25 Jahre lang in Gymnasien unterrichtet. Wenn Ihr weiterhin so schändlich mit dem umgeht, was Euch an Intelligenz geschenkt wurde, werde ich Euch nicht mehr unterrichten!“
Danach war nichts mehr so wie es war. Zum ersten Mal hatte man den Jugendlichen Intelligenz attestiert. Sie waren doch nicht blöd, debil und … Abschaum?
Sicher, das Unterrichten war auch von diesem Tag an nicht leicht, aber immer häufiger setzten die ersten Erfolge ein. Schließlich war sehr viel nachzuholen. Die Grundlagen aus früheren Klassen fehlten einfach.
Einer der 12 hatte noch im gleichen Jahr den Weg in die normale Schule gefunden und hatte dann 4 Jahre später sein Abi in der Tasche und wird im September mit einem Studium beginnen. Von 8 Jugendlichen weiß ich, dass Sie eine Lehre abgeschlossen haben. Ein schöner Erfolg.
Aufgabe:
Führen Sie Ihr eigenes Erfolgsjournal.


