
Onlinekurs „High Potential“
Lektion 44
Thema der Woche: Motivation
Lieber Leser,
bevor wir zur abschließenden Lektion unseres Onlinekurses Businessbrain für Unternehmer kommen, möchte ich noch ein paar Worte über zwei Arten der Motivation verlieren.
Es geht um die extrinsische und intrinsische Motivation
oder wie bekommt man Leute dazu, statt der funktionierenden Rolltreppe die normale Treppe zu nutzen
Diese Frage stellte ich meinen Facebook -Freunden, Familienmitgliedern und Teilnehmern bei Seminaren. Die Antworten waren kreativ wie aufschlussreich:
Die Rolltreppe sperren lassen, ein Verbotsschild aufstellen, Gebühren nehmen für die Rolltreppe, Hindernisse aufbauen, ein Hindernis aufbauen, die Rolltreppe sehr langsam fahren zu lassen ( die aktiven Treppensteiger sind schneller), ein Warnschild aufstellen: „Die Benutzung dieser Rolltreppe schadet Ihrer Gesundheit!“ …
Andere schlugen vor:
Oben gibt es als Belohnung ein Eis, einen Smiley, Beifall der Passanten, man kann sich oben ein Musikstück wünschen, man bekommt einen Gutschein für ein Fitnessstudio, …
Diese Antworten sind mehrerer Hinsicht aufschlussreich.
Durchaus kreative Ideen für extrinsische Motivation.
Ausnahmslos alle Antworten zielen auf extrinsische Beweggründe. Entweder reagieren die Leute auf „Bestrafung“, man könnte auch sagen, Schmerzvermeidung
Gebühr, Hindernis,…
oder auf Belohnung (Freude empfangen)
Eis, Gutschein, …
Belohnungen oder Bestrafungen kommen immer von außen.
Interessant bei dieser kleinen Umfrage ist die Tatsache, dass etwa doppelt so viele Antworten von „Bestrafungen“ ausgegangen sind. Tickt so unsere Gesellschaft?
Vielleicht.
Letztens nahm ich an einem Seminar für Verkaufstraining teil. Auch dort wurde bestätigt, dass bei Kunden vor allem das Kaufmotiv „Schmerzvermeidung“ greift.
Ich mache einen Gedächtniskurs, um nicht Alzheimer zu bekommen.
Ich schließe eine Versicherung ab, um nicht in finanzielle Notlage zu kommen.
Ich brauche unbedingt den modernsten Blitzableiter, um mich vor dem Einschlag zu schützen.
Ich lerne, um keine schlechten Noten zu bekommen.
Dies sind typische Beispiele für die von außen kommende Motivation, seinen Status zu behalten und ihn nicht zu verschlechtern.
„Erst ein Incentive in Form einer Reise brachte bei den Mitarbeitern den notwendigen Motivationsschub.“
Wenn Sie den und den Erfolg erzielen, winkt eine Gehaltserhöhung!
Sollten Sie der Aufgabe nicht gewachsen sein, werden wir uns wohl trennen müssen, es sei denn…
Wir alle haben das bereits in der Schule oft genug erlebt und auch unsere Eltern und Großeltern haben uns beigebracht- ohne Fleiß kein Preis.
Unsere Gesellschaft tickt so. Weil wir es gewöhnt sind?
Weil es bequemer ist?
Leider ist es so, dass alle, die sich darauf einlassen, sich in gewisser Weise von anderen abhängig machen. Was, wenn die Belohnung aussetzt? Was, wenn man sich an seine Gehaltserhöhung gewöhnt hat. Sinkt dann die Motivation, um noch mehr Einsatz zu zeigen? Meist ja. Warum eigentlich?
Weil Angestellte nicht aus eigenem inneren Antrieb motiviert waren.
Bei Unternehmern und Selbständigen liegt die Sache bereits etwas anders. Sie sind meist engagierter und gehen in ihrer Sache auf. Aber wie kann man seine Mitarbeiter intrinsisch motivieren?
Intrinsische, also von innen kommende Motivation belohnt uns auch, körpereigenes Dopamin wird ausgeschüttet, das innere Belohnungssystem greift und das wirkt langfristiger als die von außen gesteuerte.
Und wo beobachten wir dies?
Bei Kindern, die in ihrem Spiel versunken sind.
Sie sind gerade beim Lernen, aber merken nicht, dass sie (spielerisch) lernen. Sie machen es einfach. Und dann macht es auch gar nichts, wenn ihnen der Bauklotzturm bereits das 10. Mal umgekippt ist. Sie machen einfach weiter und bauen ihn auch das 11. Mal auf.
Wenn etwas spannend ist. Ausprobieren zu dürfen ist für Kinder die größte Belohnung, auch Fehler machen zu dürfen.
Bei Sportlern, die abseits aller Kameras sich selbst beweisen wollen oder die einfach nur Joggen, weil es ihnen Spaß macht. Dass dann auch noch gesund ist, ist nur ein Nebeneffekt.
Bei Forschern, die scheinbar keine Pause brauchen, die bis spät in der Nacht begeistert über ein Problem sitzen, da es für sie eine Herausforderung darstellt.
Bei Künstlern, die so lange an ihrem Werk malen, hauen, komponieren, bis es endlich ihren Vorstellungen entspricht.
Bei Erfindern, die solange tüfteln und Probieren, bis endlich die Lösung als Prototyp vor ihnen liegt.
Ich kenne dieses Gefühl ganz genau und es macht wirklich glücklich.
Wochenaufgabe:
Zeichnen Sie ein Mindmap mit dem Thema:
Welche Möglichkeiten habe ich, meine Mitarbeiter intrinsisch zu motivieren, das Beste zu geben.
Beginnen Sie mit der Überlegung, Verantwortlichkeiten zu übertragen, Vertrauen zu haben.
Anschließend machen Sie an den nächsten 13 Tagen je eine ABC- Liste zu diesem Thema und stecken diese 14 Listen in ein Couvert. Am 14 Tag öffnen Sie das Couvert und tragen alle Ideen auf einer ABC- Liste zusammen.
Letzte Aufgabe:
Zeichnen Sie dazu ein KAWA
Noch einmal zurück zu unserer Eingangsaufgabe: Wie bringen wir Menschen dazu freiwillig auf die bequeme Rolltreppe zu verzichten und stattdessen die normale Treppe zu nehmen. Aber bitte: Ohne extrinsische Motivationshilfen- weder Belohnung noch Strafe darf das Motiv sein.
Und nun schauen Sie sich dieses Video an
https://www.youtube.com/watch?v=qfcFWrckoLg
Sie nehmen die Treppe, weil sie es wollen.


