
Onlinekurs „High Potential“
Lektion 19
Arbeiten, um persönliche Erfüllung zu finden Teil 2
Finden Sie Ihre Mission
Lieber Leser,
2007 hatte ich einen Schlaganfall. Mit 48 Jahren? Als Ausdauersportler? Was stimmte hier nicht?
Solch ein Einschnitt ließ mich mein Leben neu überdenken. Zum ersten Mal spürte ich, dass mein Leben endlich ist. Für mich stand vorher fest, dass ich 120 Jahre alt bei bester Gesundheit und geistiger Fitness werde würde. Und nun?
Ich hatte Glück im doppelten Sinne: Einerseits, dass der Thrombus schnell meinen Sehnerv wieder freigab und nichts im Gehirn dauerhaft schädigte, andererseits, dass mir ein Spiegel vorgehalten wurde.
„Das hätte es gewesen sein können“, sagt ich mir. Aber hatte ich nicht noch eine Mission zu erfüllen? Welche eigentlich?
Mit diesen Fragen zog ich mich nach drei Wochen Genesung zurück. Im Gepäck nur ein Buch, Schreibzeug und das Notwendigste.
Ich setze mich auf mein Rad und radelte ins Oderbruch. Niemand wusste, wo ich war, kein Handy, keine Adresse. Ich bin dann mal weg, wie Hape Kerkeling gesagt hätte.
In einer winzigen Pension überdachte ich 2 volle Tage mein Leben, sondierte alle Lebenshüte und ich hatte viele:
Vereinsvorsitzender eines Basketballvereins ( ca. 40 Std/Woche), den ich seit 19 Jahren leitete, Basketballtrainer(10 Std/Woche), Schiedsrichter Oberliga ( 3Std/Woche), Klassenleiter (4 Std/Wo), Geo- und Sportlehrer am Gymnasium (40 Std/Woche) Anfahrt zur Arbeit 70km mit dem Rad 15 Std/Wo), AG- Leiter einer Gedächtnis- AG (2 Std/Wo) , Erfinder, Gedächtnistraining (Hobby 4 Std/Wo) – , Ehemann, Vater von Steffi und Anne, Opa damals noch von einem Enkel, Mindmapzeichner (2 Std) , Mitglied im BUND, …
Ups, da hatte sich ganz schön was angesammelt. Mir wurde klar, dass ich über etwa 115 Stunden/ Woche nur wenig Einfluss hatte. Der REST gehörte meiner Familie. Nicht viel. Es war absolut klar, dass sich etwas verändern musste.
Hut für Hut wurde durchgenommen. Für Jeden stellte ich meine drei Hauptziele auf, dann reduzierte ich diese auf das jeweils Allerwichtigste.
Und dann traten diese Hauptziele wie im Tennismatch gegeneinander an. Eine KO- Runde sozusagen, um herauszufinden, welches denn für mich der allerwichtigste Hut wäre. Ich schickte mich also an, nichts Geringeres als den Zweck meiner Existenz auf diesem Planeten zu ermitteln.
Mein Hut als Familienvater, Ehemann und Großvater nahm übrigens nicht an dem Ausscheidungsrennen teil.
Das Ergebnis verblüffte mich einigermaßen- Weder mein geliebter Lehrerberuf noch mein Lieblingskind- der Verein Wood Street Giants Fürstenwalde machte das Rennen, sondern die noch zu gründende Firma Lernwerkstatt Voigt. Und der Sieg fiel klar aus. Wirklich erstaunlich.
Ab da bereitete ich den Ausstieg vor. Nach fünf Jahren hatte ich einen Vorstand für den Verein gefunden, den ich mit meiner Begeisterung anstecken konnte. Heute bin ich Ehrenvorsitzender und gern gesehen, aber ohne Aufgaben.
Meine letzte Trainingsgruppe gab ich mit meinem Sabbatjahr ab, scheinbar ging es auch ohne mich. Wieder erstaunlich. Schiedsrichter bin ich nur noch sporadisch und an der Schule sieht man mich nur noch an maximal drei Tagen, da ich meine Vollbeschäftigung auf eine halbe Stelle reduziert habe.
Wie meine Woche jetzt aussieht?
Schule: ca. 20 Stunden incl. Vorbereitung, Anfahrt: 4 Std. /Woche
Sport: 4 Std/Woche (ich weiß, es ist zu wenig)
Lernwerkstatt: 60 – 80 Std. Stunden
Immer noch ziemlich zeitintensiv, aber mit einem entscheidendem Unterschied: buchstäblich jede Minute genieße ich, denn ich mache fast ausschließlich etwas, worin ich einen Sinn sehe und das macht Freude und zufrieden. Nun widme ich mich nur noch meiner Berufung, möchte darin auch so gut wie nur irgend möglich werden, möglichst vielen Menschen beim Lernen helfen bzw. dabei, ihr Gehirn jung zu erhalten. Und das werde ich auch noch machen, wenn ich schon weit über die 70 bin. Wenn mich dann noch einer braucht.
Aufgabe:
Diese ist nun natürlich nicht heute oder morgen zu erledigen. Aber schieben Sie es nicht auf die lange Bank:
Am besten, Sie planen kurzfristig einen Termin, ein Wochenende, das Sie folgendermaßen nutzen:
Werden Sie sich Ihrer Lebenshüte bewusst!
Listen Sie diese auf und formulieren Sie für jeden der Hüte 3 Ziele, weshalb Sie diese Lebenshüte gewählt haben und ermitteln Sie anschließend das wichtigste Ziel eines jeden Verantwortungsbereiches.
Dann lassen Sie diese gegeneinander antreten. Nach dem Zufallsprinzip.
Schreiben Sie Zettel mit dem Namen der Hüte und ziehen Sie die Ansetzung wie bei der Weltmeisterschaft im Fußball.
Welcher Hut gewinnt?
Wenn Sie das ermittelt haben, kann man Ihnen erst einmal gratulieren. Sie haben Ihre Mission gefunden. Ihren Zweck der Existenz auf dieser Erde.
Was Sie mit diesem Wissen nun machen können, erfahren Sie beim nächsten Mal.


